ArchitekTOUREN

Übersichtskarte ausblenden
2 Bauwerke gefunden:
01

Gemeindeamt Ottensheim

Marktplatz 6, 4100 Ottensheim, A
PlanerIn: SUE Architekten (2006-2010) BauherrIn: Verein zur Förderung der Infrastruktur der Marktgemeinde Ottensheim

Jüngstes Highlight in der Kette der Ottensheimer Ereignisse nimmt das sanierte und erweiterte Gemeindeamt den Eckbereich zwischen Marktplatz und Linzer Straße ein. Vitrinengleich öffnen sich die Räume zur Straße und laden gleich zum Hineinschauen ein. Im Wettbewerb wäre der Gemeinderatssaal sogar als Pavillon auf dem Marktplatz gedacht gewesen, Ausdruck der jungen, unkonventionellen Garde, die sich der politischen Geschäfte angenommen hat. Nun ist er im Neubau angelegt, der entlang der Linzerstraße andockt. Er lässt sich mit großen Schiebeelementen zu einem völlig bis zum Hof hin reichenden Raum öffnen, aber auch unterteilen und kann mit einem eigenen Eingangsbereich extern genutzt werden. Darüber werkt das Bauamt, ein lichter, differenzierter Großraum mit vorgelagerter Holzterrasse. Im Altbestand, der aus dem 16. Jahrhundert stammend, geprägt ist von dicken Mauern, niedrigen Türöffnungen und Gewölben wurde unter intensiver Betreuung des Bundesdenkmalamtes Raum für Raum mit all seinen Bestandteilen behutsam zu einem modernen, funktionierenden Amtsgebäude umgewandelt. Die alten Dieleböden wurden wiederverwendet, Rampen und Stiegen integriert, neue Materialien, wie nackter Beton, flacher Stahl und natürlich Glas als dezente graphische Kontrapunkte installiert. Der anheimelnden Atmosphäre wurde ein Repertoire an Kunstwerken von heimischen Künstlern und Künstlerinnen beigefügt. Sie vollenden den Eindruck, dass hier unter Zusammenwirken aller ein Wohnzimmer der besonderen Art entstanden ist.

© Herta Hurnaus
02

Vonwiller-Areal und Textiles Zentrum Haslach

Stelzen 13-16, Haslach, A
PlanerIn: ARKADE (2000-2010)

Ungebrochen kündet das mächtige Bauwerk, das am steilen Hang des Mühlufers zum barocken Mühlviertler Markt Haslach emporragt, von den großen Zeiten der Textilindustrie, wo die Kraft der Flüsse genutzt wurde, den hier geernteten Lein in Tuchballen zu verweben und Mühlen sonder Zahl nicht ruhn und rasten ließ. Nicht nur um sie vorm Verfall zu schützen, sondern ihr Volumen neuen Taten zuzuführen, wurden die Gebäude so weit adaptiert, dass sie als Dienstleistungszentrum vielfacher Verwendung zugeführt werden konnten. So behaust sie ein Berufsbildungs- und Rehabilitationszentrum, einen Jugendklub, die örtliche Musikschule, ein Museum, Veranstaltungsräume und nicht zuletzt ein Restaurant. Dem Herstellen und Präsentieren von Textilien ist der untere Teil der Anlage in Form eines Technologiezentrums mit Manufaktur gewidmet. So findet hier alljährlich ein vielbesuchter Textilmarkt mit Ständen, Ausstellungen und Seminaren statt und bildet damit einen attraktiven Schauplatz in einer Region, die sich in Erkenntnis ihres Potentials zunehmend entwickelt.

© Heinz Hehenberger