ArchitekTOUREN

OÖ Holzbautour

Auf dem weiten Feld der Baukultur ist der Holzbau ein besonders zukunftsträchtiges Gebiet. Universelle Einsatzmöglichkeiten und technische Vorteile (hohe Vorfertigungsgrad, kurze Bauzeiten) gehen Hand in Hand mit ökologischen Vorzügen (CO2 neutral, nachwachsend,...). Im Spannungsfeld von Handwerkskunst und vielfältigen architektonischen Gestaltungsmöglichkeiten entstehen Bauten die Effizienz, Atmosphäre, Verantwortung und Innovation vereinen.

Auswahl: Veronika Müller
Texte: Text: GH = Gernot Hertl, RG = Roland Gnaiger, MV = Veronika Müller

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20 Bauwerke gefunden:
01

Hafenhalle 09

Industriezeile 41a, 4020 Linz, A
PlanerIn: Riepl Riepl Architekten (2008) BauherrIn: Linz09

"Spanschachtel"

Als Notbehelf für die Dauer der Kulturhauptstadt errichtet, ist diese Halle vor allem eines: funktional. Eine Tragkonstruktion aus Leimbindern, einer Fassade aus Brettschichtholz und eine Dachkonstruktion aus vorgefertigten Holzriegelelementen; das Ganze überzogen mit einer schwarzen Dämmfolie, fertig. Doch obwohl es so scheint, als wäre auf die üblichen prägenden Aspekte wie Lichteinfall, Detailbesessenheit,… zugunsten einer raschen Errichtung (2½ Wochen Montagezeit) und niedriger Kosten verzichtet worden, lebt der Bau von ausgetüftelten Raumzuschnitten und dem anheimelnden Geruch des eingesetzten Holzes. Und so präsentiert sich die Hafenhalle 09 den Besuchern als rohe Spanschachtel mit dem ganz einzigartigen Charme eines Provisoriums. (MV)

© Dietmar Tollerian
02

ASO4 Karlhofschule

Teistlergutstraße 23, 4040 Linz, A
PlanerIn: grundstein, Helmut Siegel (2007-2009) BauherrIn: Immobilien Linz

"Musterbeispiel einer Aufstockung"

Den akuten räumlichen und energietechnischen Handlungsbedarf nutzend wurde die "Schule für Alle" mittels einer durchdachten Kombination aus Umbau, Aufstockung und Energiesanierung auf den Stand heutiger Ansprüche gebracht. Die äußerst geringe Tragfähigkeit des Bestandes und die Anforderung der Umsetzung bei laufendem Betrieb haben dieses Projekt außerdem zu einem Paradefall für die technischen Vorzüge des Holzbaus (Leichtbauweise und vorgefertigte Fassadenelemente) gemacht. Eine ambitionierte Gesamtgestaltung und die Mischung aus unterschiedlichen Oberflächen tun ihr übriges um eine äußerst sympathische Atmosphäre entstehen zu lassen. (MV)

© Michael Palfi
03

Kirche St. Franziskus, Wels

St.-Franziskus-Strasse 1, 4600 Wels, A
PlanerIn: Luger & Maul (2003-2004) BauherrIn: Röm.-kath. Pfarre St. Franziskus

"Kraftwerk Gottes"

Die ganze Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten des Holzbaus findet sich bei dieser Kirche. Ursprünglich als Notkirche in Selbstbau für und durch eine sehr junge Kirchengemeinde errichtet, wurde der provisorische Teil nach der Etablierung dieser Gemeinde zu einem Sakralbau mit allen Schikanen erweitert: neben einem schlichten, geradlinigen Seelsorgezentrum ein in rot gehaltenem Sakralraum mit raffinierter, fast dramatischer Oberlichtführung, dazu ein Wasserbecken als bedeutungsträchtige Inszenierung. Ungewöhnlich auch die Tatsache, dass die gesamte Anlage nach Passiv-Haus-Kriterien errichtet wurde. (MV)

© Walter Ebenhofer
04

Messecenter Wels

Messeplatz 1, 4600 Wels, A
PlanerIn: PAUAT Architekten

"Vorstoß in die neue Dimension"

Innerhalb der üblichen inhomogenen Struktur eines "gewachsenen" Messeareals" ein neues Zentrum schaffend, richtet sich die Institution der Welser Messe mit diesem Bauwerk weltmännisch und international aus. Die themenspezifische Besonderheit liegt im ungewöhnlichen Ehrgeiz einer stützenfreien(!) Ausstellungshalle mit einer Spannbreite von 90 (!) Metern. Die Methode erinnert mehr an den Brückenbau als an Hochbauten. Aber selbst im Tiefbau würde diese Ingenieurkonstruktion zu den Meisterleistungen zählen. Aber nicht nur die konstruktive Leistungsfähigkeit moderner Holzkonstruktion wird hier demonstriert. Insbesondere im Foyer – selbst eine Halle von ungemeiner Dimension – wird die umfassende architektonische Gestaltungsbreite dieses Baustoffes erlebbar. Ein Projekt das innerhalb des Landes in neue Dimensionen vordringt. (RG)

© Holding Wels GmbH
05

Fertigungshalle Obermayr

Johann Pabst-Straße 20, 4690 Schwanenstadt, A
PlanerIn: F2 Architekten (2004-2005) BauherrIn: Obermayr

"Zum Abflug bereit"

Mehr als die übliche Kiste demonstriert diese Fertigungshalle, dass Ästhetik und höchste Funktionalität Hand in Hand gehen. Die dem Kräfteverlauf folgenden Träger sind zum Lichtgewinn aufgelöst und bilden eine "Dach-, Decken- und Fassadenlandschaft" von eindrucksvoller formaler Kraft und Ausstrahlung. Struktur und Skulptur sind hier eins. Das Vordach schwingt über einen geschützten Manipulationsraum aus – übrig bleibt ein "Kunstobjekt" in der Landschaft, welches von allen Zwängen und jeglicher Schwere befreit. Frei von jedem Bedarf an Oberflächendesign steht dieser Bau, ohne Vermittlungsbedarf, für die Leistungsfähigkeit des Holzbau: Bereit zum Abflug! Dass dieses "Kunststück Werkhalle" auch punkto Lichtgestaltung und Haustechnik (Passivhausqualität!) den Nutzungskomfort steigert – bei drastisch verringertem Energiebedarf –ist nur ein weiterer Baustein dieses rundum geglückten Werkes. (RG)

© Obermayr Holzkonstruktionen
06

Hauptschule Schwanenstadt

Mühlfeldstraße 1, 4690 Schwanenstadt, A
PlanerIn: PAUAT Architekten (2005-2007) BauherrIn: Stadtgemeinde Schwanenstadt

"Ein Bravourstück der Wiederbelebung"

Der Schulbau der 60er bis 80er Jahre des letzten Jahrhunderts vererbt der Gegenwart eine Fülle von Problemfällen. Zahlreiche Bauten, häufig in Ort und Fertigteilbeton, sind von einer bautechnisch und bauphysikalisch einmaligen Sorglosigkeit gegenüber Fragen des Energieverbrauches und der Ökologie und entsprechen auch akustisch und atmosphärisch in keiner Weise heutigen Standards. Somit ist es meist ein Segen, wenn fortgeschrittene Schäden zum Handeln zwingen.
Zu allen damit angesprochenen Themenstellungen (Bauphysik, Energie, Ökologie, Akustik, Atmosphäre) kann der Holzbau auf beste Referenzen verweisen. Das vorliegende Beispiel reduziert den Bestand auf den Gebäudekern, packt ihn allseitig mit vorgefertigten Holzleichtelementen ein und ergänzt um einen Neubauteil. Ein Bravourstück, das aus (problematischem) Alt ein (ganzheitlich nachhaltiges) Neu schafft, den Bestand sowohl baukünstlerisch wie städtebaulich und atmosphärisch aufwertet. (RG)

© PAUAT Architekten
07

La Muhr Weinhandel und Cateringgesellschaft

Linzer Straße 142, 4810 Gmunden, A
PlanerIn: Rüdiger Fritz (2006-2007) BauherrIn: Karl Muhr Zugänglichkeit: Öffnungszeiten:
Sommeröffnungszeiten: (Mai – Ende August)
Montag – Freitag: 09:30 – 19:00 Uhr
Samstag: 09:30 – 13:00 Uhr

Winteröffnungszeiten: (September – Ende April)
Montag – Freitag: 09:30 – 19:00 Uhr
Samstag: 09:30 – 13:00 Uhr

"Fitness im Genießerland"

Mit diesem Bauwerk dringt der Holzbau vor in das Neuland der von Keller- und Massivbauten dominierten Hallen einer (geheiligten) vielfach inszenierten Welt der Weinkultur. Und er macht gute Figur! Der Verkaufs- und Degustationsraum einer Weinhandel- und Cateringgesellschaft am Rande des (traditionell holzbaudominierten Salzkammergutes) entfaltet alle atmosphärischen Tugenden die dem Holzbau eigen sind. Der in seiner Figur und Konstruktion schlichte Anbau bietet außen, über wechselnden Schalungsbrettern, ein subtiles, rhythmisiertes Fassadenspiel. Innen geben dunkel gefärbte OSB Platten jenen nobel-neutralen Hintergrund, welcher der Wirkung des (ästhetischen) Warenangebots den Vortritt lässt. Eichenholz an Boden und Decke: eine Stimmung von Wärme und Behaglichkeit, von Kultur des Bauens und Genießens. (RG)

© werkstatt:architektur
08

Mayr-Melnhof Kaufmann Verwaltungszentrale

Kogl 1, 4880 St. Georgen im Attergau, A
PlanerIn: Hermann Kaufmann (2007-2008) BauherrIn: Stallinger Immobilien GmbH

"Inszenierung des Holzes"

Technisch auf der Höhe der Zeit zeigt das Bürogebäude eine außergewöhnlich konsequente und schlüssige Holzarchitektur. Alles folgt der Logik der Holzbauweise: Die äußere Erscheinung ist klar strukturiert, der Raster wird zur Fassadengestaltung, das Stützen- und Balkenwerk prägt den Innenraum, Oberflächen und Möbel spielen mit den unterschiedlichen Qualitäten verschiedener Holzarten – und der Duft macht sofort nach dem Betreten des Hauses klar, dass hier der Werkstoff zelebriert wird. (GH)

© Werner Hutmacher
09

Aussichtsturm Göblberg

4873 Frankenburg, A
Der 35 m hohe Aussichtsturm mit 210 Stufen befindet sich auf einer Seehöhe von 801 m und ist im Freizeit-Wegenetz integriert.

"Landmark"

Zum Thema der Aussichtstürme und Warten gibt es eine ausreichende Zahl verunglückter, weil unprofessioneller Versuche. Dieser gehört nicht dazu. Nicht nur qualitativ übertrifft er die meisten "Mitbewerber", sondern auch in punkto Höhe. Mit 35 Höhenmetern stellt er einen beachtlichen, aber eingelösten Anspruch an das konstruktive und technische Know-how. Fast prototypisch in seiner Konstruktion streckt er sich, über einem quadratischen Grundriss mit 4 Ecksäulen, hinauf zur höchsten Plattform, die über eine diagonal im Grundriss stehende, zweiläufige Treppe zu ersteigen ist. Die kluge Positionierung der Treppen und Podeste halbiert den Turm in seiner Breite und lässt ihn schlanker erscheinen. Die durchgängig solide Konstruktion, mit fachlich einwandfreien Knoten und Holzverbindungen, setzt eine nicht zu übersehende Landmark. (RG)

© Gemeinde Frankenburg
10

Bürogebäude Zenz Holzbau

Gundertshausen 42, 5142 Eggelsberg, A
PlanerIn: Wolfgang Ritsch Architekten (2005-2006) BauherrIn: Georg Zenz

"Reflektierte Holzbauerfahrung"

Obwohl Bürohaus, ist dieses Kundengebäude bezüglich Maßstab und Wohnlichkeit Versprechen und Garant für die Vertrauen suchende private Auftraggeberschaft. Innen wie außen wird sichtbar was das Unternehmen über seine reflektierte Holzbauerfahrung durch die Jahre hinweg entwickelt und verbessert hat. In der äußeren Erscheinung ist das Haus Schaustück und Logo zugleich. An der Rückseite werden Schalungsmuster demonstriert. Das die Eingangsfassade beherrschende "Z" steht als Kurzform für den Firmennamen. (RG)

© Bruno Klomfar
11

Tilo GmbH Schrattenecker

Magetsham 19, 4923 Lohnsburg, A
PlanerIn: Riepl Riepl Architekten

Das dreigeschossige Bürogebäude ist ein Pionierwerk, bei dem für Brandschutz, Konstruktion, Montage und Witterungsschutz unter Bedachtnahme auf das Material Holz innovative Prinzipien gesucht wurden. Festigkeitssortiertes Brettschichtholz, geringer Stahlanteil in den Verbindungen, abschnittsweise gebäudehohe Montage aus Stockwerksrahmen, abnehmbare Fassadenelemente sowie eine Vergütung der bewitterten Oberflächen mit Naturharzen sind die technologischen Neuerungen. Die architektonische Qualität beweist sich an dem von kräftigen Schichtholzzangen getragenen, ausladenden Dachschirm, einer hellen Kaskadentreppe, die zu breiten Gängen in den Obergeschossen führt und an der sorgfältigen Detaillierung. (WZ)

© Josef Pausch
12

Exportrinderstall

Volksfestplatz 1, 4910 Ried, A
PlanerIn: Schneider & Lengauer (2003-2004) BauherrIn: Erzeugergemeinschaft Fleckviehzuchtverband Inn- und Hausruckviertel

Das Geländer der Rieder Messe ist mit seinen Hallenbauten unterschiedlichster Qualität und Alters ein Standort von höchst zwiespältiger Qualität. Trotzdem ist es dem Fleckviehzuchtverband Inn- und Hausruckviertel und der Landwirtschaftskammer Oberösterreich gelungen dank einer strategischen Vorgehensweise bei den anstehenden Bauvorhaben sich in diesem Konglomerat als zeitgemäße Beratungs- und Dienstleistungsorganisationen zu positionieren. Bereits zweimal wurden Bauten dieses Areals mit dem Holzbaupreis ausgezeichnet.
Der Exportinderstall zeichnet sich durch eine hohe Funktionalität, verbunden mit einem markanten äußeren Erscheinungsbild frei von Folklorismen aus. Die Dachkonstruktion aus verleimtem Brettschichtholz überspannt stützenfrei einen über ein umlaufendes Fensterband und eine Laterne gleichmäßig belichteten Mehrweckraum, der während dem Messebetrieb auch für Ausstellungen genutzt wird. (MV)

siehe auch:
Büro- und Schulungsgebäude LK/FIH Ried, Ried i.I. (Fink-Thurnher-Architekten)

13

Büro- und Schulungsgebäude LK/FIH Ried

Volksfestplatz 1, 4910 Ried, A
PlanerIn: Fink Thurnher (2007-2009) BauherrIn: LK Immobilien, Fleckviehzuchtverband Inn- und Hausruckviertel

Das Geländer der Rieder Messe ist mit seinen Hallenbauten unterschiedlichster Qualität und Alters ein Standort von höchst zwiespältiger Qualität. Trotzdem ist es dem Fleckviehzuchtverband Inn- und Hausruckviertel und der Landwirtschaftskammer Oberösterreich gelungen dank einer strategischen Vorgehensweise bei den anstehenden Bauvorhaben sich in diesem Konglomerat als zeitgemäße Beratungs- und Dienstleistungsorganisationen zu positionieren. Bereits zweimal wurden Bauten dieses Areals mit dem Holzbaupreis ausgezeichnet.

Das erst kürzlich eröffnete Büro- und Schulungsgebäude ist nicht nur ein Beispiel für gelungenes Holzbaukultur und die funktionaler Synergien zweier Organisationen, sondern auch für die konsequente Umsetzung inhaltlicher Themen der Bauherren. Nach ökologischen Kriterien errichtet (Holzbau, Schafwolldämmung,...) stellt das Gebäude gewissermaßen die Versinnbildlichung nachhaltigen (landwirtschaftlichen) Wirtschaftens dar. (MV)

siehe auch:
Exportrinderstall, Ried i.I. (Schneider-Lengauer Architekten)

© Michael Palfi
14

Bilger-Breustedt Schulzentrum

Schärdinger Straße 1, 4775 Taufkirchen, A
PlanerIn: Dietmar Feichtinger Architectes (2006-2008) BauherrIn: Verein zur Förderung der Infrastruktur Taufkirchen an der Pram & Co KG

"Offenheit und Fröhlichkeit"

Wie man mit Weitsicht und unter Einbindung aller Nutzer in die Zukunft der Kinder investieren kann, belegt die Gemeinde Taufkirchen an der Pram. Der bestehende Kindergarten wurde um eine Volks- und Hauptschule mit integriertem Heimatmuseum und Turnsaal erweitert und zu einem einzigartigen Ensemble zusammengefasst. Geprägt von Offenheit, Leichtigkeit und Transparenz lebt das Gebäude von den Landschaftsausblicken und den Stimmungen, die vom Charakter der Jahreszeiten geprägt sind.
Dem Prinzip der Nachhaltigkeit folgend, ist zwar die Grundkonstruktion des Gebäudes ein Skelettbau aus Stahlstützen, alle Decken- und Fassadenelemente aber in Holzbau ausgeführt. Die Fassade ist eine Abfolge von glas- bzw. holzschindelverkleideten Elementen, deren Durchlässigkeit die unterschiedlichen Nutzungen widerspiegelt. Weit auskragende Dächer und gut bespielbare Balkonzonen schließlich verleihen diesem Schulbau den Charakter einer Sommerfrische. (MV)

© Feichtinger Architects
15

Lignorama Holz- und Werkzeugmuseum

Mühlgasse 92, 4752 Riedau, A
PlanerIn: Kaufmann 96 GmbH (1996-1998) BauherrIn: Verein Holz- und Werkzeugmuseum Info
Lignorama Holz- und Werkzeugmuseum
Lisa Wipplinger
+43 (0)7764 6644
holz@lignorama.com
www.lignorama.com

Führungen durch das Museum: nur nach Voranmeldung
Dauer: ca. 90 Minuten
Mindestteilnehmer: 5-10 Personen
Zugänglichkeit: Termine
Jän-Dez jeweils Fr, Sa, So 10:00-17:00 (und nach Vereinbarung)
Stand: Mär.2009

Preise
*Eintritt* Erwachsene: € 4,-; Schüler: € 2,50; Familien: € 9,-
Stand: Mär.2009
Erreichbarkeit: Mühlgasse 92
4752-Riedau

Wenige Monate vor Beginn der Olympischen Winterspiele von 1998 in Japan förderte eine Initiative österreichischer Säge- und Holzindustrieller die Planung und Errichtung eines "Österreich-Pavillons für Japan", der die Leistungsfähigkeit der heimischen Holzwirtschaft demonstrierte. Kurze Planungs-, Fertigungs- und Montagezeiten, vor allem aber die architektonische Qualität der drei gestaffelten Volumen trugen zum Erfolg bei. Die Wiederaufstellung als Holz- und Werkzeugmuseum in Riedau belegt die Anpassungsfähigkeit des Entwurfs an unterschiedliche Situationen. (WZ)

© Johannes Kaufmann
16

Gründerzentrum Pramtal Süd

Moarhofstraße 529, 4760 Raab, A
PlanerIn: Spittelwiese Architekten (2006) BauherrIn: Pramtal Süd- Gründerzentrum- Betriebs GmbH

"Erholsame Rhythmik"

Kaum bei einem zweiten Thema wie bei den siedlungsausufernden Gewerbebauten besteht solch ein Handlungsbedarf. Kisten mit lautem, billigen Dekor – das ist die Charakteristik des allgegenwärtigen Gewerbebauens und des eklatanten Missverständnisses von Baukultur. Umso wohltuender ist dieses gewerbliche Gründerzentrum. Logisch in der Struktur und Konstruktion, klar und angemessen im Ausdruck. Zwischen der (höheren) Werkstattzeile und dem Bürotrakt entwickelt sich ein introvertierter Erschließungs-, Sanitär- und Begegnungsbereich von hoher Aufenthaltsqualität. Der innen liegende Atriumhof bietet eine Freiraumqualität, welche der Umraum naturgemäß nicht bieten kann. Die Werkstätten werden über eine transluzente Fassade belichtet. Die Holzkonstruktionen sind der Aufgabe entsprechend pragmatisch und unaufgeregt. Die Ausdruckskraft erwächst aus der Ruhe der Form und den reduzierten Holzbaudetails und die sommerliche Überhitzung wird sich noch korrigieren lassen. (RG)

© Christian Schepe
17

Pfarrkirche Gallspach

4713 Gallspach, A
PlanerIn: Ernst Beneder, Anja Fischer (2005) BauherrIn: Katholisches Pfarramt Gallspach

"Zauberhafte Binnenwelt"

Was tun, wenn die bestehende Kirche nicht nur den funktionalen Anforderungen nicht mehr genügt, sondern oberhalb der Dorfstrasse auch noch etwas ab vom Schuss ist. Man stellt einen zweiten Bau dazu; soweit nichts Neues. Doch hier in Gallspach ist es eben mehr als nur ein Bau daneben. Eine elegante Holzellipse aus schmalen lamellenartigen Holzstützen schwingt sich den Kirchenhügel hinauf und vereint in dieser Bewegung einen neuen Kirchenraum, den sich schneckenförmig in die Höhe windenden Kreuzweg und umfasst schlussendlich noch die alte Kirche wie in einer Umarmung.
Besonders erwähnenswert sind die Figuren des Kreuzweges, die sich aus der jeweils gewählten Stelle des Gebäudes entwickeln; im wahrsten Sinne des Wortes Kunst am Bau.

© Margherita Spiluttini
18

ASZ-BAV Grieskirchen

Trattnachtalstraße, 4710 Grieskirchen, A
PlanerIn: Wolf Architektur (2007-2008)

"Prädikat wertvoll"

Altstoffe sind Wertstoffe, das ist nicht nur eine Tatsache, die unsere Industrie zunehmend erkennt, sondern auch die logische Philosophie der Altstoffsammelzentrale Grieskirchen. Und was wertvoll ist verdient auch ein wertschätzendes Gebäude. In diesem Fall ein Sammelzentrum, das nach ökologischen Gesichtspunkten errichtet wurde, durch demontierbare Konstruktionen und recycelbare verbundstofffreie Materialien schon jetzt an die Zeit nach dem Bestimmungszweck denkt und eine hohe Funktionalität mit einem in Gliederung und Gestaltung hochwertigen Holzbau verbindet. (MV)

© Wolf Architektur
19

Schwimmschule Steyr

Wehrgraben 61, 4400 Steyr, A
PlanerIn: Luger & Maul (2006-2007) BauherrIn: Verein der Freunde der Schwimmschule Steyr Zugänglichkeit: ÖFFNUNGSZEITEN:
Mitte Mai bis September
Täglich von 9:30 bis 20:00 Uhr
(Schönwetter vorausgesetzt)
Erreichbarkeit: Wehrgrabengasse 61
4400 Steyr
07252 71817
www.schwimmschule-steyr.at

"Substanzielle Gegenwelt"

Es handelt sich bei der Schwimmschule (schon der Name weist darauf hin) um eine traditionsreiche Steyrer Institution, die den hygienischen, technischen und den Komfortansprüchen der Zeit nicht mehr gewachsen war. Unter Beibehaltung der geliebten Qualitäten führten die substanziellen Um- und Erweiterungsbauten (neuer Eingang, Kassen und Sanitärbereich, neue Umkleidekabinen) zu einer Festigung und Aufwertung des Bestands. Der Erfolg: ein Gefühl entspannter Freizeitkultur – entfaltet von Holz und seinem meisterhaften Einsatz – eine substanzielle Gegenwelt zum billigen, bunten Freizeitevent. (RG)

© Walter Ebenhofer
20

Höss-Halle

Mitterstoder 38, 4573 Hinterstoder, A
PlanerIn: Riepl Riepl Architekten (2001-2002) BauherrIn: Gemeinde Hinterstoder

Inmitten des bekannten Wintersportortes gelegen setzt die Hösshalle sowohl einen dörflichen Brenn- als auch einen formalen Kontrapunkt. Der markante Baukörper beherbergt einen monochromen Raum (MDF lasiert) der seine Attraktivität aus dem fast zu schönen Ausblick auf die Landschaft bezieht. Ursprünglich als Stahlbau konzipiert, steckt nun, dank dem Engagement der ausführenden Holzbaufirma, hinter dem schlichten Bau ein ausgeklügeltes Stützensystem aus Hohlkästen, das ein räumlich anspruchsvolles System hoher Schichtholzträger und statisch aktiver Scheiben trägt.

© Josef Pausch