American Dream
Impressionen aus der „Neuen Welt“Architekturfilmreihe 04
Filmvorführungafo – architekturforum oberösterreich
Prunerstraße 12 | 4020 Linz
Montag, 15. November 2004 | 19.00 Uhr
Eröffnung der Architekturfilmreihe 04
AMERICAN DREAM – Impressionen aus der „Neuen Welt“
Helmut Weihsmann
Amerika versus Europa
Dia-Vortrag „Wurzeln der Moderne“
Dr. Heide Kief-Niederwöhrmeier
Frank L. Wright-Forscherin, Architektin BDA, Nürnberg).
Vor Beginn der anschließenden 2 -Stunden Dokumentation
werden erfrischende Getränke gereicht.
(Buffet gesponsert von Legrand)
Dokumentation Frank Lloyd Wright
Regie: Ken Burns/Lynn Novick. USA. 1997. 155 min. OF.
Dieser faszinierende Bericht zeigt das Lebenswerk des unan-
gepassten Menschen, Baukünstlers und großen Meisters der
modernen Architektur F. L. Wright in seiner ganzen Bandbreite.
Kurz: Eine Künstlermonografie, die ihresgleichen sucht.
afo – architekturforum oberösterreich
Prunerstraße 12 | 4020 Linz
16. | 17. November 2004 | täglich 14.00 bis 17.00 Uhr
Im Rahmen der Filmschau wird im afo – architekturforum oberösterreich folgende Dokumentation gezeigt:
American „Counter-Communities“
Regie: Oliver Croy/Oliver Elser. BRD. 2003. 60 min. OF.
Dieser aktuelle Bericht über die utopischen Bau- und Siedlungsprojekte abseits des Mainstreams, stellt Beispiele von den späten 60er Jahren bis zur Gegenwart in den Wüstenregionen des amerikanischen Kontinents vor.
Die USA sind seit jeher ein günstiger Boden für alternative Lebens- und experimentelle Architekturformen. Auch als die „Neue Welt“ längst besiedelt war, bildeten sich immer neue Gruppen, die eigene Lebensvorstellungen zu verwirklichen versuchten.
COUNTER-COMMUNITIES ist ein Dokumentarfilm über fünf alternative Architekturprojekte in den USA, die alle auf »utopische Tendenzen« aus den 1960er/1970er Jahren zurückgehen. Was die einzelnen Projekte für uns interessant macht, ist einerseits die innovative Verwendung von Baumaterialen (»Zivilisationsabfälle« wie Autoreifen z.B.) und andererseits, dass an jedem der besuchten Orte ein bestimmtes Gesellschaftsmodell verwirklicht wurde, dessen gebaute Formen mit bestimmten Lebensformen korrespondieren, für die wir den Titel COUNTER-COMMUNITIES gewählt haben. Unser Ziel war es, sowohl den heutigen Zustand, als auch die Geschichte der Projekte darzustellen und zu zeigen, in welche Richtung sich die »utopischen« Ausgangsimpulse jeweils entwickelt haben.
Die Reise und die Produktion des Films wurden unterstützt durch den Kunstfonds Bonn und die IKEA-Stiftung.
COUNTER-COMMUNITIES zeigt Projekte von
Paolo Soleri | ARCOSANTI (1970-) | Arizona
15. | 16. | 17. | 18. November 2004
AMERICAN DREAM
Impressionen aus der „Neuen Welt“
Architekturfilmreihe 04
AMERICAN DREAM
Impressionen aus der „Neuen Welt“
15. November 04
19.00 h Eröffnung
16. | 17. November 04
14.00 – 17.00 Dokumentation
afo – architekturforum oberösterreich
Prunerstraße 12, 4020 Linz
16. | 17. | 18. November 04
jeweils 19.15 h
Moviemento | Studio
Dametzstraße 30, 4020 Linz
Konzeption: Helmut Weihsmann, Wien
Für das Zustandekommen der Vorführungen danken wir: Heinz Emigholz, Dieter Marcello, Kamran Sardar Kahn und Oliver Croy.
ARCHITEKTURFORUM OBERÖSTERREICH
In Zusammenarbeit mit dem
Programmkino Moviemento
Dametzstraße 30, 4020 Linz
Kartenverkauf:
Tel: (0732) 78 40 90 50
Fax: (0732) 78 40 90 40
http://www.moviemento.at
afo – architekturforum oberösterreich
Prunerstraße 12 | 4020 Linz
Montag, 15. November 2004 | 19.00 Uhr
Eröffnung
Amerika versus Europa
Dia-Vortrag „Wurzeln der Moderne“
Dr. Heide Kief-Niederwöhrmeier, Frank L. Wright-Forscherin
(Architektin BDA, Nürnberg). Vor Beginn der anschließenden
2 -Stunden Dokumentation werden erfrischende Getränke gereicht.
(Buffet gesponsert von Legrand)
Dokumentation
Frank Lloyd Wright
Regie: Ken Burns/Lynn Novick. USA. 1997. 155 min. OF.
16. | 17. November 2004 | täglich 14.00 bis 17.00 Uhr
Im Rahmen der Filmschau wird im afo – architekturforum oberösterreich folgende Dokumentation gezeigt:
American „Counter-Communities“
Regie: Oliver Croy/Oliver Elser. BRD. 2003. 60 min. OF.
Dieser aktuelle Bericht über die utopischen Bau- und Siedlungsprojekte abseits des Mainstreams, stellt Beispiele von den späten 60er Jahren bis zur Gegenwart in den Wüstenregionen des amerikanischen Kontinents vor.
Programmkino „Moviemento“ | Studio
Dametzstraße 30 | 4020 Linz
Dienstag, 16. November 2004 | 19.15 Uhr
Roots of American Modernism
Sullivan‘s Banken [Louis H. Sullivan]
Regie: Heinz Emigholz. BRD. 2000. 38 min. 35 mm.
Architekt der Moderne [Albert Kahn]
Regie: Dieter Marcello. BRD. 1992. 82 min. 35 mm.
Mittwoch, 17. November 2004 | 19.15 Uhr
Re-Thinking Modernism
Goff in der Wüste [Bruce Goff]
Regie: Heinz Emigholz. BRD. 2003. 110 min. 35 mm.
Donnerstag, 18. November 2004 | 19.15 Uhr
Master Builder
My Architect [Louis Kahn]
Regie: Nathaniel Kahn. USA. 2003. 116 min. 35 mm.
Architekturfilmreihe 04
AMERICAN DREAM
Impressionen aus der „Neuen Welt“
15. | 16. | 17. | 18. November 04
mit Einführungen von Helmut Weihsmann.
Amerika ist ein unendliches Land mit vielen Lebens- und Wohnformen, seine Architektur außergewöhnlich vielschichtig. Geprägt durch unterschiedlichste Traditionen von europäischen Siedlern gehört zur US-Heimatschutz-Architektur mit all ihren Stilblüten unbedingt die Philosophie bzw. Anarchie des „Do-It-Yourself“. Jede Form des Bauens und Wohnens, die sich freistehend als eine Art der Landnahme durch Phantasie darstellt, hat in den USA [noch] genügend Platz. Nicht zufällig haben sich gerade im Südwesten der USA vielfältige Formen „alternativen“ und Norm-abweichenden Bauens, Siedelns, Wohnens und Sozio-Verhaltens ansiedeln können. Bau- und feuerpolizeiliche Auflagen sind hier lockerer als in den Großstädten und auch Baugenehmigungen sind für experimentelle Vorhaben leicht zu bekommen. Trotzdem fügen sich diese Bauten ins Landschaftsbild dieser trockenen und öden Gebiete ein und sind der malerischen, charakteristischen Topographie und dem Klima angemessen.
Vorreiter dieser Art von Öko- und Klimaarchitektur waren Frank Lloyd Wright (1867-1959) mit seinem Wüsten-Atelier „Talesin-West“ in Scottsdale (Arizona) und dessen „Schüler“ Paolo Soleri (* 1919) in Arcosanti, sowie Bruce Goff (1904-82) in Oklahoma. Soleri und Goff wurden im Zuge des rücksichtslosen Durchmarschs des „Internationalen Stils“ stark marginalisiert. Der Freigeist der amerikanischen Architektur ist seit Frank Lloyd Wright und seinem verehrten „lieben Meister“ Louis Henry Sullivan (1856-1924) legendär. Neben den Wohnbauten der sogenannten „Prairie School“ sind die Bankgebäude und Hochhäuser von Sullivan im Mittleren Westen der USA ein Paradebeispiel für den „kritischen“ Regionalismus, in denen sich Material, Form und Funktion wunderbar die Waage halten. Abseits der staubtrockenen Akademismen oder der langweiligen Architekturpraxis liegt der Beitrag vom deutsch-jüdischen Industriearchitekten Albert Kahn (1869-1942), der gemeinhin als der Architekt von Henry Ford gilt und seinem Namensvetter Louis Kahn (1901-1974), dessen rationale Architektur auf geschichtliche Vorbilder und ewige Archetypen in der Architektur fußt.
Im Vergleich zu den 60er Jahren wirken die heute sichtbaren Formen des Protestes insgesamt zurückhaltender, eine Spur gediegener und komfortabler, bisweilen auch perfekter und modischer. Das Risiko scheint kalkulierter und die radikalen Lebensformen erscheinen mehr aufs Private zurückgenommen. Die Tendenz zu einem gelinden, ökologischen Lebensstil deutet sich an. Eine Art affirmative Domestikation zugunsten des Pragmatismus und der „sauberen“ Ökologie hat sich breit gemacht. Zum Abschluss der Filmreihe werden auch diese Aspekte angeschnitten.
Dienstag, 16. November 2004 | 19.15 Uhr | Moviemento | Studio
Roots of American Modernism
Die diesjährige Filmreihe, die wieder in Zusammenarbeit mit dem Programmkino „Moviemento“ präsentiert wird, zeigt neuere Dokumentationen über amerikanische Architektur und Bauästhetik, die auf unterschiedliche Art und Weise die Idee und den Begriff von „Modernity“ in den Vereinigten Staaten interpretieren. Von den USA sind im Laufe der Entwicklung der Moderne bedeutende und bis heute prägende Impulse ausgegangen, insbesondere für das „Neue Bauen“ in Mitteleuropa (Bauhaus, Das Neue Frankfurt, Deutscher Werkbund, De Stijl, Le Corbusier, Brünner Funktionalismus, Adolf Loos). Zwei Schlüsselfiguren der „Chicago School“ und des sogenannten „Fordismus“ werden hier genauer vorgestellt.
Sullivan‘s Banken [Louis Henry Sullivan]
Regie: Heinz Emigholz. BRD. 2000. 38 min. 35 mm.
Louis Henry Sullivan (1856-1924) war einer der ruhmreichsten Architekten des Landes. Während seine Zeitgenossen in Amerika unreflektiert einem miserablen Eklektizismus der französischen Mode (Ecole des Beaux-Arts) huldigten, wollten Sullivan und sein Schüler Frank Lloyd Wright einen zeitgenössischen „amerikanischen“ Baustil schaffen, der dem akademischen Neo-Klassizismus diametral entgegenstand. Dieser kritische Ansatz und weitere theoretische Schriften (Motto: „Form follows Function“) führten zu den konstruktiv sauberen Stahlskelettbauten mit vorgehängter, reich verzierter Terrakottaverkleidung in Downtown von Chicago. Von Bauwerk zu Bauwerk variierte und perfektionierte Sullivan dabei sein modular ornamentales Konzept. Seine Bewunderer waren jedoch mehr europäische Erneuerer wie Mendelsohn, Gropius, Le Corbusier, Mies van der Rohe und nicht das amerikanische Establishment. Nicht Sullivans berühmte Wolkenkratzer zogen den deutschen Filmessayisten Emigholz an, sondern das Alterswerk des Mannes, seine Farmer‘s Banken im Mittleren Westen der USA, in denen sich kubische Einfachheit und Dekorationswut ergänzen. Hier ist die Außen-/Innenraum-Dialektik nicht Selbstzweck, sondern Kernpunkt der Analyse, wird nicht das Dekor und die Gebäudefassade oberflächlich gelesen, sondern diktiert die Sehweise des Betrachters. Gerade weil diese bescheidene Provinzbauten weder prunken noch innovativ sein wollen, verführt ihre exotische Ornamentik, die nicht pures Zierrat ist, sondern emotionelle Kraft und Aussagewert haben, wenngleich sie nicht immer mit den freiheitlichen und demokratischen Intentionen Sullivans übereinstimmen.
Architekt der Moderne [Albert Kahn]
Regie: Dieter Marcello. BRD. 1992. 82 min. 35 mm.
Dieser gründlich und faszinierend gemachte Dokumentarfilm ist dem großen und einflussreichen Industriearchitekten Albert Kahn (1869-1942) aus Detroit gewidmet ist. Der Film berichtet über Leben und Werk des nur wenig bekannten Deutsch-Amerikaners jüdischer Abstammung. Unter seiner Ägide entstanden fast alle Verwaltungsbauten und Werksanlagen großer Autokonzerne in Michigan, Fabriken für die amerikanische Luftfahrtindustrie, Schulen, Bibliotheken, Geschäfts- und Warenhäuser, öffentliche Gebäude der Regierung und Banken sowie Industriebauten der UdSSR. Zusammen mit dem raren Werbematerial der amerikanischen Wochenschauen und sowjetischen „Fünf Jahrespläne“, teilweise unbekanntem dokumentarischen Filmmaterial aus den Werksarchiven der großen US-Konzerne und dem Staatsarchiv der UdSSR, entwirft der sachliche und gut recherchierte Film ein breit angelegtes Bild vom heroischen Aufbruch der Industriemoderne, ohne dabei kritische Objektivität zu vernachlässigen.
Mittwoch, 17. November 2004 | 19.15 Uhr | Moviemento | Studio
Re-Thinking Modernism
Die Filmserie „Photographie und jenseits“ des besessenen Encyclopädisten Heinz Emigholz beschäftigt sich mit der Anerkennung und Rehabilitierung vergessener Meister der amerikanischen Moderne. GOFF IN DER WÜSTE ist der erste Versuch einer umfassenden Würdigung des exzentrischen Baumeisters Bruce Goff (1904-1982).
Goff in der Wüste [Bruce Goff]
Regie: Heinz Emigholz. BRD. 2003. 110 min. 35 mm.
Heinz Emigholz ist international bekannt als cineastischer „Architekturbiograph“, der „autobiographisch“ ans Thema herangeht und sich auch filmisch mit Stadt und Architektur auseinandersetzt. Seine jüngste Entdeckung im weiten Westen der USA ist der Self-Made-Mann Bruce Goff aus Kansas, der kaum in den einschlägigen Nachschlagewerken erwähnt wurde, obwohl seine Herkunft von Wright deutlich spürbar ist. Goff ist der große Unbekannte einer originär amerikanischen „Self-Made-Architektur“. Seine baulichen Kreationen und Entwürfe liegen quer zum Mainstream. Fast jedes seiner Gebäude war ein Schock in der Landschaft, der neue, bis dahin ungeahnte Möglichkeiten vom freizügigen Wohnen und Siedeln freisetzte. Im siebten Teil seines seit Mitte der 80er Jahre angelegten Projektes „Photographie und jenseits“ zeigt Emigholz die Exzentrik des Werkes von Goff anhand der Fülle von Bauwerken, die der Autodiktat in den Steppen und Wüsten des Mittleren Westens seit den 30er Jahren gebaut und hinterlassen hat, auf. Zugleich holt er Goff aus der Vergessenheit zurück und stellt dabei prinzipiell den einspurigen Siegesmarsch des Internationalen Stils in Frage. Dabei bemüht sich Emigholz redlich gegen die Tücken des „American Way of Life“ und der damit verbundenen „Schöner-Wohnen-Ästhetik“ von Goffs eher konservativ-spießigen Klientel anzukämpfen. Am Schluss des Portraits könnten die Betrachter Bruce Goff ohne Zweifel zum wahren „Michelangelo des Kitsches“ (© Charles Jencks) küren.
Donnerstag, 18. November 2004 | 19.15 Uhr | Moviemento | Studio
Master Builder
Der jüdisch-amerikanische Architekt Louis Isidor Kahn (1901-74) gehörte zu den Heroen des Internationalen Stils. Wie bei allen großen Meistern jenseits von Zeit, Ort und Materie, stellt auch Kahns reifer Stil eine Verbindung von vielen, manchmal widersprüchlichen Ideen dar, die zu einem harmonischen und unverwechselbaren persönlichen Idiom und zur „Maniera“ verschmolzen sind.
My Architect – a son‘s journey
Regie: Nathaniel Kahn. USA. 2003. 116 min. 35 mm
„Wer war eigentlich Louis Kahn?“ Dieser und anderen Fragen geht der uneheliche Sohn Louis Kahns assoziativ und detektivisch nach. Nathaniel Kahns sehr persönliche Geschichte und Biographie ist eine behutsame Spuren- und Faktensuche an jenen Orten, wo sein Vater lebte, bei Menschen die ihn kannten, an Gebäuden die er plante. Kahns Werk steht für sich allein, denn er verfolgte im Laufe seiner wechselhaften Karriere weder eine Ideologie noch eine gängige Mode. Aufgrund seiner Vorliebe für Archetypen und geometrische Formen, die ebenso elementar wie monumental wirken können, wird der Wegbereiter der amerikanischen Moderne mit einem pragmatischen Funktionalismus bzw. Beton-Brutalismus leichtfertig in Zusammenhang gebracht. Dabei zerlegte Kahn die konstruktiven, strukturellen und poetischen Elemente seiner Bauten so, dass sie einfach industriell herstellbar waren und trotzdem Würde und Kraft aufwiesen. So entstanden letztendlich auch seine ungewöhnlichen Laboratorien, sowohl für die Medizinische Fakultät der University of Pennsylvania in Philadelphia als auch für das private Salk-Institute in Lajolla (Kalifornien). Durch die Minimierung aller Konstruktionsglieder erreichte er eine gültige, einprägsame und fast sensuale „lyrische“ Ausprägung der simplen Bauformen. Die Widerspiegelung einer „antiken“ Geisteshaltung manifestiert sich gerade beim Material und dessen morphologischer und kultischer Beziehung zum (Stand-)Ort, zur Geschichte und zum landschaftlichen bzw. städtebaulichen Kontext.
Filmtexte: Helmut Weihsmann © 2004
