Der Stand der Dinge
IngenieurbaukunstWALTER BIELERWerkbericht
VortragDer Stand der Dinge
INGENIEURBAUKUNST
Eine Vortragsreihe des architekturforum oberösterreich mit Unterstützung
der AIK und des ÖIAV – kuratiert von Klaus Leitner und Rudolf Wernly
WALTER BIELER
Werkbericht
Montag, 14. November 2005, 19.30 Uhr
architekturforum oberösterreich
Prunerstraße 12, Linz
WALTER BIELER Dipl. Ing. SIA / BSA; geboren 1947 in Bonaduz; Lehre als Tiefbauzeichner; Ausbildung zum Ingenieur; zweijähriger Auslandaufenthalt in England und Amerika; 1975 Gründung eines Ingenieurbüros, Spezialität Holzbau; 1989 Nachdiplomstudium Im Bauingenieurwesen ETH Zürich; 1991 Nachdiplomstudium Architektur und Tragsystem, Biel; 1992 Nachdiplomstudium Architektur und Landschaft, Biel; Dozent für Tragwerkslehre Holzbau an der HTW in Chur
1994 Glulam Award, Langlaufbrücke Pradella/Scuol; 2000 Laaderbrücke Nesslau Auszeichnung gutes Bauen 1996-2000 ArchitekturForum Ostschweiz; 2000 Prix Lignum, Brücke Tgiplat, Scheid; 2002 Balthasar Neuman Preis 2001 „engere Wahl“, Laaderbrücke Nesslau; 2003 Anerkennungspreis der Bündner Regierung 2003, für: „Pionierarbeit im Holzkonstruktionsbau, insbesondere der Entwicklung der dachlosen Holzbrücken, einer neuen Form in Brückenbau“.
In den Zeiten der wirtschaftlichen Hochkonjunktur gründete Walter Bieler ein eigenes Büro für Holzkonstruktionen. Zur Gründerzeit war der Rohstoff Holz in der Baukultur nur von marginalem Interesse, die Baumaterialien Beton, Stahl und Glas waren dominant. In Anbetracht dieses gewagten Schrittes kann der damals 28-jährige Ingenieur als Pionier bezeichnet werden. Anfangs der achtziger Jahre befasste sich der Bonaduzer intensiv mit der Entwicklung und Forschung des zeitgenössischen Holzbrückenbaus. Die Arbeit und Faszination am Rohstoff Holz führten den Ingenieur von der Tragfähigkeit der Struktur zur Form und Architektur.
Walter Bieler gelang es in der Folgezeit zahlreiche Bauten mit anspruchsvollen Holztragwerken zu entwerfen. Zu den bedeutenden Holzkonstruktionen zählen unter anderem die beiden Eishallen in Davos und Winterthur, die Laaderbrücke in Nesslau, die Brücke Tgiplat in Scheid oder der Schlossmühlesteg in Frauenfeld. Im Jahre 2005 sind Perrondächer für die Rhätische Bahn und eine bedeutende Markthalle im Toggenburg hinzugekommen.
Das Interesse an fremden Baukulturen führte Bieler 1995 ins kriegsgeschädigte Tadschikistan, wo er im Auftrag des „Swiss Centre for Development cooperation in Technology and Management“ für den Wiederaufbau zerstörter Wohnhäuser zuständig war. Auch in Tadschikistan arbeitet Bieler mit den Baumaterialien Holz und Lehm. Durch diesen Aufenthalt motiviert veröffentlichte Bieler ein Buch über den Bau von Dachtragwerken mit Holz in Entwicklungsländern: Roof Truss Guide (Design and Construction of Standard Timber). Standardwerk für Dachtragwerke mit Baustoff Holz in Entwicklungsländern (1998).
