Future Vision Leisure
Internationaler Ideenwettbewerb 2002
AusschreibungIm Rahmen der Wettbewerbs- und Symposiumsreihe FUTURE VISION wird nach den Themen Arbeit und Wohnen der Ideenwettbewerb FUTURE VISION LEISURE ausgeschrieben. Das Profil des ursprünglich von Herbert Lachmayer (Kunstuniversität Linz) initiierten Wettbewerbes etablierte sich bereits. So ist auch diesmal die Fragestellung bewusst frei formuliert und zielt auf avancierte Entwürfe und zukunftsweisende architektonische Konzepte. Ein junges, kreatives Potential soll gefördert und mit den Sponsoren aus der Wirtschaft im Sinne gegenseitiger Anregungen vernetzt werden. Der Wettbewerb will brisante Fragestellungen ausloten, die schließlich im Rahmen eines internationalen Symposiums präsentiert und diskutiert werden. Die medienorientierte Kultur- und Industriestadt Linz positioniert sich mit diesem Projekt im architektonischen Kontext.
Die primären Funktionen des Lebens, wie sie die Moderne definierte, sind gegenwärtig einem forcierten, vor allem technologisch bedingten Wandel unterworfen. Gesellschaftsstrukturen verändern sich, subjektive Wünsche und Ziele bedürfen einer je eigenen reflexiven Formulierung. Hatte die Freizeit in früheren Jahren noch den Charakter des Selbstverständlichen, so rücken auf diesem ständig wachsenden Sektor gezielte Planung und bewusste Definition immer mehr in den Mittelpunkt. Wie Freizeit sich architektonisch formulieren könne, wird zu einer zentralen Fragestellung.
Erlebnis- und Eventkultur bestimmen mehr und mehr die unterschiedlichen Facetten des Lebens, die "Disneyfizierung" hat weitreichende Konsequenzen. Kritische Ansätze rücken dabei in den Hintergrund. Freizeit ist heute Teil der Freizeit-Industrie, die authentische Erfahrung künstlich inszeniert. Freizeit wurde zur Ware. FUTURE VISION LEISURE greift in diesen Prozess ein. In einer sich im Umbruch befindlichen, zunehmend virtuellen und mobilen Welt wird nach innovativen Ideen und intelligenten Konzepten gefragt, die das Thema Freizeit jenseits gängiger Vorstellungen phantasievoll und durchaus kritisch interpretieren. Freizeit findet heute nicht nur an eigens dafür geplanten Orten statt, sondern überlagert im Sinne einer Auflösung von Grenzen auch andere Funktionen. Planungen für die Freizeit betreffen den städtischen Raum und beinhalten städtebauliche Fragen. Welche Konsequenzen resultieren aus den veränderten Prämissen? Wie eine neue Kultur der Freizeit aussehen könnte - das ist die zentrale Fragestellung dieses Wettbewerbes.
Im Mittelpunkt steht ein erweiterter Architekturbegriff jenseits traditioneller Definitionen und Kategorien. Die Grenzen zu anderen künstlerischen Sparten stellen sich heute fließend dar. Architektur verändert sich aufgrund neuer Technologien und Medien. Die Vision von Freizeit artikuliert sich nicht nur inhaltlich, sondern auch ästhetisch-räumlich als Produkt avancierter Entwurfsmethodiken.
Alle Teilnehmer werden aufgefordert, innovative Lösungen und Umsetzungen für ihre Arbeiten (Ideen, Konzepte, 3-dimensionale Modelle, Computeranimationen, Installationen, etc.) zu finden und ihre Projekte in entsprechender Qualität auszuführen.
Die Aufgabenstellung ist bewusst frei formuliert, um den Beiträgen möglichst großen Spielraum zu geben. Es wird erwartet, dass jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer selbst die thematischen Schwerpunkte definiert, eine Aufgabenstellung formuliert und umsetzt.
Die Einreichung erfolgt anonym, Texte werden in deutsch oder englisch verfasst. Hinsichtlich der Art und des Umfangs sowie des Formats der Arbeiten gibt es keine Beschränkungen.
Konzeption und Organisation: Margit Ulama
