stadtentwicklung durch raumpraxis
vorträge und stadtteiltouren
Besichtigungstadtentwicklung durch raumpraxis
vorträge und stadteiltouren
warum ist es so schwierig funktionierende lebendige öffentliche räume – plätze, straßen, quartiere – zu kreieren? was sind die dafür entscheidenden parameter oder provokant gefragt: können öffentliche räume auch ohne bauliche eingriffe entwickelt werden?
vielleicht sind es weniger die baulichen strukturen als vielmehr gesetzliche wie gesellschaftliche regeln, die die nutzung des öffentlichen raums (und seine „privaten“ schnittstellen – geschäfte, cafes) prägen: wer darf sich wo wie schnell bewegen, was ist wem am gehsteig erlaubt, was macht man nicht obwohl es nicht verboten ist, warum stehen wohnungen und läden leer, wer pflegt oder überwacht welche räume, wer entscheidet aus welchen gründen ein raum verändert werden muß, und welche rolle spielen bei all dem die medien?
im fokus steht bei dieser sichtweise der gebrauchswert des raums und damit die bewegungs- und handlungsmuster der nutzer. aufgabe von stadtplanern wäre dann zu allerst das initieren, erproben oder zulassen von alternativen raumpraxen.
(und danach kann man immer noch entscheiden, ob man baulich-gestalterisch eingreifen muss.)
eine veranstaltungsreihe von peter arlt in zusammenarbeit mit dem
architekturforum oberösterreich, der kunstuniversität linz und der direktion stadtentwicklung linz
12. 1. 06, 19.00h, vortrag
PLATZDA!, düsseldorf / sonja grünmann
13. 1. 06, 10.00h, stadtteiltour treffpunkt: spaunstraße 74
19. 1. 06, 19.00h, vortrag
SOHO IN OTTAKRING, wien / ula schneider
20. 1. 06, 10.00h, stadtteiltour
26. 1. 06, 19.00h, vortrag
3 LONDON PROJECTS / muf
27. 1. 06, 10.00h, stadtteiltour treffpunkt: kreuzung scheibenbogenstraße/glimpfingerstraße
2. 2. 06, 19.00h, vortrag
LANGSTRASSE PLUS, zürich / rolf vieli
3. 2. 06, 10.00h, stadtteiltour treffpunkt: dieselstraße (neue heimat) vor der post
9. 2. 06, 19.00h, vortrag
SCHLOSSPLATZ, berlin / phillip oswalt
10. 2. 06, 10.00h, stadtteiltour treffpunkt: nietschestraße, polizei
16. 2. 06, 19.00h, vortrag
BEGEGNUNGSZONE, burgdorf/ch / aline renard
17. 2. 06, 10.00h, stadtteiltour treffpunkt: dieselstraße (neue heimat) vor der post
STADTTEILTOUREN
mit den referentInnen vom vortag und den für den jeweiligen stadtteil zuständigen planungsbeamten finden öffentliche rundgänge statt, bei denen die situation vor ort besprochen wird. (die treffpunkte werden am vortag bei den vorträgen bekanntgegeben
oder können telefonisch unter: 786140 angefragt werden.)
donnerstag, 12. 1. 06, 19.00h
PLATZDA!, düsseldorf
sonja grünmann
unter dem titel PLATZDA! wurde 2002 vom stadtplanungsamt düsseldorf eine initiative zur sicherung der aufenthaltsqualität auf den plätzen der stadt gestartet. bei der planung von plätzen spielt die temporäre bespielung und die öffentliche diskussion eine wichtige vorgelagerte rolle. auf dem weg des stadtumbaus lenkt
das stadtplanungsamt als moderator und koordinator die prozesse.
Im vortrag wird zuerst das gesamtkonzept von PLATZDA! erläutert und danach die entwicklung eines platzes beispielhaft nachgezeichnet.
www.duesseldorf.de/planung
sonja grünmann, landschaftsarchitektin; 2002 bis 2005 planerin im stadtplanungsamt düsseldorf, stabstelle gestaltung öffentlicher raum, dort aufbau der initiative PLATZDA!.
donnerstag, 19. 1. 06, 19.00h
SOHO IN OTTAKRING, wien
ula schneider
SOHO IN OTTAKRING ist ein 1999 initiiertes stadtteilprojekt, welches sich über das brunnenviertel von ottakring, 16. wiener gemeindebezirk, einem überwiegend von zuwanderern bewohnten gebiet, ausdehnt. in kontinuierlicher arbeit fokussiert SOHO IN OTTAKRING auf aspekte der stadtteilentwicklung, künstlerische interventionen und möglichkeiten der partizipation im lokalen umfeld. wesentliches merkmal sind kooperationen mit verschiedenen örtlichen gruppen und institutionen, mit künstlerInnen auf nationaler und internationaler ebene sowie die nutzung des öffentlichen raumes während des alljährlichen zweiwöchigen festivals.
www.sohoinottakring.at
ula schneider, künstlerin, lebt in wien und ist seit 1999 projektleiterin des urban art project SOHO IN OTTAKRING
donnerstag, 26. 1. 06, 19.00h
3 LONDON PROJECTS
muf
(vortrag in englischer sprache)
liza fior will present 3 recent projects from the studio. a study of 34, at first sight inconsequential seemingly left over spaces in east london, which includes proposals for smaller pockets of open space for young people. a proposal for the oldest market in london (whitecross street market) which acknowledges its fragility and a park for a housing estate on the very edge of london.
muf, 1994 von den architektinnen juliet bidgood und liza fior und der künstlerin katherine clarke gegründet, steht für das zusammenspiel von kunst, sozialem und architektur, welches über den architektonischen eingriff hinaus mit den funktionen von und verhaltensweisen in öffentlichem raum arbeitet.
www.muf.co.uk
donnerstag, 2. 2. 06, 19.00h
LANGSTRASSE PLUS, zürich
rolf vieli
„das gebiet rund um die langstrasse ist ein ort, wo zürich weltstadt ist“ – behauptet eine werbebroschüre der stadt zürich. die langstrasse steht aber auch für einen hohen ausländeranteil, für rotlichtmilieu und drogen. letzteres ist auch der hintergrund des 2001 gestarteten projekts „langstrasse PLUS“, das eine aufwertung des langstrassenquartiers zum ziel hat.
www.stadtentwicklung-zuerich.ch
www.langstrassenquartier.ch
rolf vieli, ursprünglich buchhändler, wirtschaftsjournalist und treuhänder. später therapeutische ausbildungen und -arbeit, vor allem mit abhängigen menschen. volkswahl zum stadtammann des stadtkreises 4 in zürich. 2001 berufung zum projektleiter langstrasse PLUS, mitglied des drogenstabs der stadt zürich.
donnerstag, 9. 2. 06, 19.00h
SCHLOSSPLATZ, berlin
phillip oswalt
2002 hat der deutsche bundestag beschlossen, anstelle des palasts der republik das vor 55 jahren abgebrochene stadtschloss wieder aufzubauen. 2004 gelingt es der initiative zwischenpalastnutzung nach zweijährigem ringen mit politik und verwaltung, den asbestbefreiten palast der republik mit einer dreimonatigen kulturellen zwischennutzung zu beleben und zugleich die diskussion um die zukunft des schlossplatzes neu zu entfachen. 2005 wurde die kulturelle aneignung dieses ortes fortgeführt und das buch „fun palace 200X – der berliner schlossplatz“ herausgegeben. inzwischen gibt es mit dem bündnis für den palast eine breite intiative, die gegen den geplanten abriss kämpft.
www.zwischenpalastnutzung.de, www.volkspalast.de
phillip oswalt, architekt, publizist, mitbegründer „zwischenpalastnutzung/volkspalast“, mitherausgeber von „fun palace 200X“, sowie leiter des projekts „schrumpfende städte“. www.oswalt.de
donnerstag, 16. 2. 06, 19.00h
BEGEGNUNGSZONE, burgdorf/ch
aline renard
burgdorf, eine kleinstadt mit 15.000 einwohnerInnen im kanton bern wurde 1996 zur fußgänger- und velomodellstadt ausgewählt. zahlreiche aktivitäten waren die folge, von denen besonders die anfangs als flanierzone bezeichnete massnahme für furore sorgte und nach einer 5-jährigen testphase 2002 als begegnungszone eingang in das schweizer verkehrsrecht gefunden hat. begegnungszonen sind mischverkehrsflächen mit einer 20km/h beschränkung, auf denen fußgänger die ganze verkehrsfläche benutzen dürfen und gegenüber autofahrern vorrang genießen. www.modelcity.ch
aline renard, kultur-ingenieurin, projektleiterin verkehr und umwelt in der stadtverwaltung burgdorf und somit auch projektleiterin der fußgänger- und velomodellstadt.
